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Immer mehr Seeadler an der Elbe

Der König der Lüfte fühlt sich im Kreis Lüneburg sichtlich wohl. Fünf Paare haben in diesem Jahr insgesamt drei Junge großgezogen. Der Bestand wächst weiter und wird intensiv beobachtet und geschützt.

Brietlingen - Seeadler sind Majestäten der Lüfte - und fühlen sich im Landkreis Lüneburg sehr wohl. Peter Görke von der Arbeitsgruppe Adlerschutz Niedersachsen (AAN) berichtet, dass der Bestand in diesem Jahr weiter gestiegen sei. ,,Drei Brutpaare gibt es westlich der Elbe. Sie haben in diesem Sommer zwei Junge groß gezogen. Auf der östlichen Seite in Amt Neuhaus sind auf dem Gebiet des Landkreises Lüneburg zwei Brutpaare und ein Jungvogel beheimatet", bilanziert der Tierschützer zufrieden.

Die genauen Standorte der Adler-Horste verrät Görke aus gutem Grund nicht: ,,Die Vögel sind überaus sensibel", sagt der Experte. Jede Störung vertreibt die imposanten Raubvögel. Selbst die Nachbarschaft eines Uhus nervt Seeadler und lässt sie aus dem eigenen Nest flüchten. So geschehen vor ein paar Jahren in einem Wald im Norden Lüneburgs.

Dass sich der Bestand der Anfang des 20. Jahrhunderts in Westeuropa noch ausgestorbenen Seeadler weiter prächtig entwickelt, dafür sorgen Kathrin Erhart (30) und Joachim Schwarz (42) aus Brietlingen. Die beiden Polizisten sind ihrer Freizeit ehrenamtlich für die AAN regelmäßig mit Fernglas und Spektiv unterwegs, behalten die Seeadlerpaare und ihre Jungen im Blick.

,,Wir schauen, ob die Vögel gesund und beringt sind", erzählen die beiden Brietlinger, die mindestens einmal in der Woche neben den Nestern auch die weiträumigen Reviere in der Nähe der Elbe in Augenschein nehmen.

Peter Görke sagt, durch die Beobachtungen soll Einblick ins Adlerleben gewonnen werden. ,,Wir hoffen auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse." So sei es inzwischen durchaus denkbar, dass Töchter ihre Mütter aus den Brutrevieren vertreiben. ,,Das war bisher nicht bekannt. Aber in Schleswig-Holstein ist schon zweimal nachgewiesen worden, dass junge Weibchen alte davon jagen", berichtet Görke.

Überhaupt könne es bei den Adlern drunter und drüber gehen. ,,Wenn Paare keinen Stress haben, bleiben sie ein Leben lang zusammen. Doch sobald neue Typen auftauchen, ist es mit der Treue vorbei. Einer muss gehen - und dann geht es hart zur Sache, bis hin zu tödlichen Verletzungen."

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Ein Artikel von: Stefan Bohlmann erschienen am 01.10.2008 auf abendblatt.de

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